Die richtige Finanzierungs-Strategie ist entscheidend
Die Zinsen sind günstig wie nie. Stiftung Warentest hat in einer Angebotsanalyse von über 60 Banken herausgefunden, dass die Zinsunterschiede teilweise gewaltig sind, jedoch die Top-Offerten wahrscheinlich so günstig nie wieder zu haben sein werden.
Hausbesitzer, die in den kommenden Monaten oder Jahren eine Anschlussfinanzierung benötigen, sollten demnach jetzt zugreifen. Mit einem Forwarddarlehen können sie sich die heutigen Konditionen bis zu fünf Jahre im Voraus sichern. Dies beinhaltet ein enormes Sparpotential für die Eigentümer. Jedoch lässt sich nicht bei jedem Kreditinstitut wirklich sparen. Unter den Anbieter kursieren Unterschiede, die bei einem 10 Jahres Kredit bis zu 12.000 Euro Differenz ausmachen können. Aber auch der Zeitpunkt und die darauf folgende Zinsentwicklung entscheiden darüber, ob es sich um ein günstiges oder doch teures Angebot handelt. Schließt ein Baufinanzierer zum jetzigen Zeitpunkt ein Forwarddarlehen über 100.000 Euro zu 3,8 Prozent Zinsen und einer zehnjährigen Zinsbindung ab, dann kann er bei weiter fallenden Zinsen, bis beispielsweise auf 2 Prozent, einen Verlust von 17.000 Euro machen. Steigen jedoch die Zinsen auf beispielsweise auf 5,6 Prozent an, dann hat er einen Gewinn von 20.000 Euro gemacht.
Dem Immobilienfinanzierer stehen demnach 3 Möglichkeiten zur Verfügung. Er kann abwarten und hoffen, dass die Zinsen weiter fallen. Hier geht er aber derzeit ein hohes Risiko ein, da die Prognosen in die andere Richtung weisen. Er kann dementsprechend vorbeugen und sich jetzt gegen steigende Zinsen mit einem Forwarddarlehen absichern. Er hat aber auch die Möglichkeit seinen jetzigen Kredit umzuschulden. Dazu muss er mit seiner Bank verhandeln, ob er seinen jetziges Darlehen gegen eine neues günstigeres Darlehen umwandeln kann. Wenn die Bank sich darauf einlässt, wird er wahrscheinlich nicht um eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung herum kommen.
Egal wie der Kunde sich entscheidet, wichtig ist es, die Angebote der Kreditinstitute miteinander zu vergleichen. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt sich schon dann, wenn die Konkurrenz nur ein Zehntel Prozentpunkte billiger ist als der bisherige Kreditgeber.
Filed under: Bauzinsen on October 21st, 2011